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Lago Maggiore – Die Oase Italiens
Der Lago Maggiore ist für sein mildes Klima und seine faszinierende, abwechslungsreiche Landschaft bekannt. Der Langensee (deutsche Bezeichnung) bedeckt eine 112 Quadratmeter große Fläche, von der etwa 80 Prozent auf Italien, die restlichen 20 Prozent auf die Schweiz entfallen. Er reicht von der südlichen Alpenkette bis an den Rand der Poebene. Der See entstand beim Abschmelzen eiszeitlicher Gletscher. Vor allem im Nordteil ist er von hohen Felswänden umgeben. Seine Länge beträgt 66 km, seine Breite etwa 10 km. Nach dem Gardasee ist er der zweitgrößte See in Italien.
Eine herrliche Vegetation mit Oleander, Palmen, Azaleen und Kamelien kennzeichnet diese Umgebung. Eine wahre Augenweide sind auch die Kaschmirzypresse und die Magnolien. Anders wie in Deutschland behalten sie ihr grünes Blattkleid das gesamte Jahr. Wir sahen cremefarbene Blüten, die sich wie Fächer öffneten und abends in der Dunkelheit wie kleine Laternen leuchteten.
Selbst der Sommerflieder zeigt sich anders als bei uns in Deutschland – seine Rispen sind fülliger und weitaus duftender, wohl auch länger haltbarer, Tummelwiese für Schmetterlinge, die sogar nachts herumschwirren.
Neben den bereits erwähnten Bäumen sind noch Palmen, Olivenbäume und Zitronenbäume zu nennen. Letztere zieren oft Balkone an den kleinen Häuschen der Bewohner am Lago Maggiore, die dem Betrachter besondere Idylle vermitteln.
Als Perlen des Sees sind die Borromäischen Inseln zu nennen.
Das sind Inseln, die man mit kleinen Schiffen vom Lago Maggiore aus erreichen kann.
Ich besuchte die folgenden Inseln und ich kann sie jedem nur empfehlen.
ISOLA BELLA:
1670 begann der Graf Vitalo Borromäus mit dem Bau des monumentalen Barockschlosses und der eindrucksvollen Gartenkulisse, die der Insel zum Ruhme verhalfen und auch heute noch den Glanz einer Epoche dokumentieren.
Das Anwesen der Borromäus bietet den Besuchern ein elegantes und prächtiges Ambiente, in dem unschätzbare Kunstwerke aufbewahrt werden: Gobelins, Möbel, Statuen, Gemälde, Stuckarbeiten, aber auch die kuriosen Mosaikgrotten, einen frischen Ort des Wohlgefallens.
Der Garten des Anwesens ist ein einzigartiges blühendes Monument. Verschiedene Terrassen überlagern sich – ein klassisches und unnachahmliches Beispiel des „Italienischen Gartens“ des 17. Jahrhunderts. Weit hinein bis in den Oktober kann der Besucher dort exotische Farben und Düfte genießen.
ISOLA MADRE;
Es handelt sich um die größte der Borromäus Inseln. Mit der friedvollen, stillen, verzaubernden Atmosphäre ist sie die wohl charakteristischste: ein Garten seltener Pflanzen und exotischer Blumen, in dem Pfauen, Papageien und Fasane aller Art in voller Freiheit leben und dem Betrachter sehr nahe kommen.
Besonders berühmt ist die Insel für die Azaleen-, Rhododendron- und Kamelienblüte,
wie auch für prachtvolle Wandelröschenbüsche( Lantana), die einen wegen der Vielfalt ihrer Farben magisch anzuziehen scheint.
Aber auch die sehr alten Glyzinienpergolen, das größte europäische Exemplar einer mehr als zweihundertjährigen Kaschmirzypresse, die Zedrat- und Zitronenbaumspaliere, die Hibiskuskollektion und der Ginkgo Bilobo üben magische Kraft auf die Blicke der Betrachter aus.
Das Schloss aus dem 16.Jhd. ist 1978 dem Publikum geöffnet worden; von Interesse sind die Rekonstruktion der Ambiente jener Epochen und die Sammlung von Livreen, Puppen und Porzellan. Und mitunter, wenn man in die schmalen Zimmerchen neben den riesigen Sälen schaut, sieht man junge Bedienstete in ihrer schicken Kleidung und ein Hauch von vergangnem Glanz scheint auf den Betrachter überzuspringen.
Außergewöhnlich ist die Ausstellung der „Marionettentheater“ des 17./ 19.Jhs.
Die ISOLA MADRE hinterlässt einen bleibenden Eindruck, nicht nur wegen seines prachtvollen Schlosses, sondern es lässt einen auch die Vergangenheit fast miterleben.
BORROMEO - wo Natur und Kunst sich treffen – ein Erlebnis, bei dem die Seele einen Hauch von DAMALS zu spüren glaubt ...
Übrigens hat man bereits vom Schiff aus einen eindrucksvollen Blick auf diese schönen Inseln, die wie Perlen im See glänzen.
STRESA:
Ist ein Kurort in der italienischen Provinz Verbano-Cusio-Ossola am westlichen Ufer des Lago Maggiore. Der Ort hat etwa 5000 Einwohner. Stresa wurde am Ende des 18. Jahrhunderts zu einem der bekanntesten Bade-und Erholungsorte in Europa.
Stresas Lage am Südufer des Borromäischen Golfs und seine Inseln am gegenüberliegenden Ufer machen den Ort zu einem beliebten Treffpunkt für Künstler und Dichter, den Geldadel, aber auch für gekrönte Häupter und die Politik.
Bekannte Dichter weilten dort:
Stendhal und Charles Dickens, aber auch Hemingway waren hier zu Gast. Hemingway siedelte hier einige Kapitel seines Romans „In einem anderen Land“ an.
Die großen luxuriösen Jugendstilhotels entstanden am Ende des 19. Jhd. und strahlen noch heute den Charme der Belle Epoque (schöne Epoche) aus.
Der im mittelalterlichen Stil angelegte Park der Villa Ducale mit einer riesigen Libanon-Zeder aus dem Jahr 1860 kann ohne Eintritt besichtigt werden. Abends stellen dort Maler ihre Werke aus. Jene spiegeln das besondere Flair der Region wider: Landschaften und Porträts, wie der Betrachter sie auch im wirklichen Leben findet.
Stresa ist ein schöner Ort für Ferien am Lago Maggiore. Mit Recht bezeichnet man den Ort als Perle von Verbano.
Centovallibahn:
Die kürzeste Verbindung zwischen dem Tessin, der französischen Schweiz und der Hauptstadt Bern führt über die Alpentransversale Simplon. Die modernen Panoramazüge der Centovallibahn fahren in eineinhalb Stunden von Domossola nach Locarno durch die malerischen „hundert Täler“ und das Valle Vigezzo.
Die Reise führt entlang tiefer Schluchten und Felsspalten mit silberglänzenden Wasserfällen, über bunte Wiesen und gewagte Brücken, durch Rebgelände und Kastanienwälder. Begeisternde Bilder und eine üppige Vegetation können vom Zug aus genossen werden und sind je nach Jahreszeit immer neu, vielseitig und anders:
eine unvergessliche Reise, abwechslungsreich, faszinierend, kurzweilig und komfortabel. In LOCARNO angekommen, besichtigten wir den Ort, der derzeit mit Vorbereitungen für das Filmfestival beschäftigt war.
Das Zentrum der Stadt bildet die Piazza Grande, einer der schönsten Plätze der Schweiz. Die malerische Altstadt, die herrliche Lage am See und die üppige Vegetation ziehen Touristen aus der ganzen Welt an, um ihre Sehnsucht nach dem Süden zu stillen.
Comer See:
Er ist der drittgrößte See Italiens und seine Maximaltiefe beträgt 420 m. Er gehört zu den Alpenseen und gilt als ein besonderes Juwel.
Eingebettet in einer traumhaften Bergkulisse, empfängt der Comer See seine Besucher mit hübschen Städten, prachtvollen Villen und einer üppigen mediterranen Vegetation.
Ein besonderes Kennzeichen des Sees ist es, dass er sich in der Mitte zu einem umgekehrten Ypsilon spaltet, an deren beiden Enden die größten Städte Lecco und Como liegen.
Nicht nur die traumhafte Landschaft macht die Region bekannt, sondern auch die Seidenindustrie.
Orta und Ortasee:
Ein Halbtagesausflug brachte uns nach Orta an den gleichnamigen romantischen See. Er ist der kleinste der oberitalienischen Seen und ist von einer traumhaften Hügellandschaft umgeben.
Die Hauptstadt der Insel ist ORTA. Malerisch liegt der Dorfplatz PIAZZA MOTTA am Seeufer. Einst schrieb Balzac: „Die graue Perle im grünen Schrein“. Dichter wie Goethe, Nietsche und Hemingway haben einst schon den Weg hierher gefunden.
Enge Gassen, herrliche schmiedeeiserne Balkonbrüstungen und Türen, sowie bronzene Skulpturen verleihen dem Ort ein besonderes künstlerisches Ambiente. Der altehrwürdige Dom, aus italienischem Marmor erbaut, lädt ebenfalls zum Verweilen ein und erinnert an jenen besonderen Tag, den Mitteaugusttag, den die Italiener in alter Tradition begehen. Blicke ich auf jene Tage in Italien zurück, kann ich nur sagen, dass diese Zeit für mich unvergessen bleiben wird.
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